EMBRACING YOUR SHADOW

Wenn wir projizieren, spalten wir uns von unserem Bewusstsein ab. Projektion ist Energie die ihre Form verändert. Dann geht mein Bewusstsein weg von mir: „DU ärgerst mich, DU bist immer so.... , DU schaust immer Fußball, DU lässt keine Nähe zu,  ich bin DIR peinlich..“ Usw. Die Liste ist endlos. Wir meinen, ein Opfer zu sein. Der Andere ist schuld.

Projektion ist Trennung von der Energie. Jedes Mal wenn wir werten, bewerten, projizieren, trennen wir uns von unserem eigenen, bewussten SEIN und suchen im Anderen den Schuldigen für unsere Misere, anstatt unseren eigenen Schatten anzuschauen. 

Die „Dämonen“ und „Monster“ auf die wir dann im Außen mit äußerster Vehemenz einzuschlagen versuchen, sind eigentlich tief in unserem eigenen Innern verborgen, abgespaltene Anteile von uns. Das zu erkennen, mag zugegebenermaßen (und ich weiß, wovon ich rede) manchmal eine erstmal demütigende Erfahrung sein, dennoch führt es unmittelbar danach näher zu einem Stück Ganzwerdung.

Dr. med. Rüdiger Dahlke stellt in seinem Buch „Das Schattenprinzip“ die These auf, dass in der zweiten Lebenshälfte viele Schattenthemen in Form von chronischen Krankheiten zum Ausdruck kommen, und uns somit zwingen, uns damit auseinander zu setzen. Leichtere und  sanftere Hinweise auf die Themen wurden jahrelang verdrängt und mittels der Schulmedizin, die ja am Symptom, und nicht an der Ursache ansetzt, in Schach gehalten. Aber nicht gelöst. Alles, was jahrelang in uns verdrängt und unterdrückt wurde, gelangt unweigerlich irgendwann wieder an die Oberfläche, - in der Politik oder der katholischen Kirche vielleicht in Form von peinlichen Enthüllungen, Finanz- und Sexskandalen, in unserem eigenen Körper meldet es sich in Form von Krankheiten und Beschwerden..

Unser Ego lebt quasi davon, ständig andere Menschen zu werten, über sie zu tratschen über sie herzuziehen, und dabei fühlen wir uns kurzzeitig richtig gut, wir sind etwas Besseres, denn wir würden ja so etwas nie….

Das Ego, also jener Teil des Ichs, mit dem wir uns identifizieren können, wird dadurch genährt, aber gleichzeitig, wird auch jener Teil von uns, mit dem wir so gar nicht können, nämlich unser Schatten, immer größer und größer. Viel Anstrengung ist nötig, ihn zu unterdrücken und irgendwann ist es dann so weit, dass er sich in Form von Krankheiten zeigen will. Nun ist bewusste Schattenarbeit gefragt. Innere Reisen und Rückführungen sind nur e i n  möglicher Weg, sich bewusst mit seinen Unterpersönlichkeiten und Schattenthemen auseinander zu setzen. Anhand einer geführten Reise in unser Unterbewusstsein können wir Problemsituationen, in denen der Schatten erst entstehen konnte, aufspüren und alles, auch die größte Angst, Trauer, Eifersucht, Gier, Neid, Hass ,…..ohne Wertung und Verurteilung erleben.

Dadurch können diese Schattenanteile ins „Licht“ des Bewusstseins gebracht und integriert werden. Wie beim Zusammensetzen eines Puzzles arbeiten wir Schritt für Schritt an unserer Ganzwerdung.

Alles was letzlich "ins Bild", also ins Gesamte hereingeholt werden kann und nun ohne Wertung einfach da sein darf, vervollständigt uns als Persönlichkeit.

Alles Dunkle, das sich zeigen darf ohne Wertung, darf sich auch wandeln.

Auch ohne Innere Reisen kann man ein wenig mehr Bewusstheit ins tägliche Leben bringen.Nehmen wir einmal eine Person, deren Eigenschaften sie so richtig auf die Palme bringen. Sie könnte arrogant sein oder stinkfaul, sie könnte andere ausnutzen und manipulieren oder einfach unfähig sein, die einfachsten Dinge zu kapieren..

Beobachten sie sich: wann gehen Sie in die Wertung, Verurteilung? Je heftiger die Verurteilung ausfällt, desto größer wird auch ihre Empörung sein, diesen Teil in sich selbst zu suchen.. und selbst wenn man ihnen ein wenig den Spiegel vor die Nase hält, werden sie um Ausreden nicht verlegen sein, warum nun gerade in Ihrem Fall alles ganz anders gelagert ist.

Wenn Sie beim Anschauen eines Fußballspieles dem verhinderten Torjäger zurufen, „Ja, Du Trottel, bringst Du denn gar nichts zusammen?“ dann sind Sie schon mittendrin. Diese Person die Sie da so anschreien, ist Ihr Spiegel. Suchen Sie den Teil in sich, der gar nichts zustande bringt oder irgendwann in der Vergangenheit zustande gebracht hat. Der war Ihnen so peinlich, dass Sie ihn schnell verdrängt haben. Denn Sie sind ja ein tüchtiger,  überaus erfolgreicher Mensch. Sie sind sogar so erfolgreich, dass Sie sich ständig überfordern und 120% geben und ihr Körper schon aufschreit. Weil Sie auf keinen Fall wieder schwach und unfähig sein wollen, so wie damals. Als sie versagten. In den Augen Ihres Vaters. Stimmts? Das Schuldgefühl und Schamgefühl von damals wollten Sie nie wieder spüren. Wenn Sie nun jenen Anteil des verängstigten, gedemütigten kleinen Kindes in den Arm nehmen können und liebhaben können, ist schon viel getan.

Lasse all die dunklen Anteile hervorkommen, zeige sie ohne Wertung, nimm sie zu Dir.